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Was
ist Gentechnik?
Gentechnik
ist ein Teilgebiet der Biotechnologie. Sie befasst sich mit
der Isolierung, Charakterisierung und Neukombination von Erbmaterial.
Durch
Übertragung und Einbau fremden Genmaterials wird das
Erbgut von lebenden Organismen verändert. Dabei ist es
möglich, die Artengrenzen zu umgehen. Während bei
der klassischen Züchtung nur verwandte Arten miteinander
gekreuzt werden können, ist es mit gentechnischen Methoden
möglich, Gene vom Menschen auf Tiere, von Bakterien auf
Pflanzen, von Pflanzen auf Tiere usw. zu übertragen.
Dabei ist nicht steuerbar, in welcher Anzahl und an welcher
Stelle im Erbgut der eingebrachte fremde Genabschnitt eingebaut
wird. Bei der Veränderung des Erbmaterials spielt deshalb
der Zufall eine große Rolle. Zudem ist nicht absehbar,
was sich in Wechselwirkung mit natürlichen Organismen
ergibt.
Gentechnik ist daher eine Risikotechnologie.
Obwohl die Veränderung des Erbguts einen fundamentalen
Eingriff in die Steuerprozesse des Lebens darstellt und nicht
geklärt ist, wie sich der Verzehr der neu entstandenen
Organismen auf die menschliche Gesundheit auswirkt, soll der
Gentechnik im wirtschaftlichen Interesse Tür und Tor
geöffnet werden. Geschieht das, dann sind alle - Sie,
wir, unsere Kinder - Testpersonen.
Gentechnische Veränderungen sind
nicht rückholbar. Sind
genetisch veränderte Organismen in die Umwelt ausgebracht,
dann lassen sie sich nicht einmal mit extrem großem
Aufwand aus der Umwelt entfernen. Durch Pollenflug oder durch
Insekten verteilt sich das veränderte Genmaterial nahezu
ungehindert und kann so die Natur irreversibel verändern.
Selbst erkannte Fehler werden unumkehrbar.
Gentechnik schadet der Umwelt.
Als
wichtiges Argument für gentechnische Veränderungen
wird häufig die Reduzierung der Pestizide und damit der
Umweltschutz genannt. Dieser Effekt ist nicht eingetreten.
Der Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen führt
nicht zu einem Rückgang des Einsatzes umweltschädlicher
Pestizide. In den USA, wo Gentechnik in der Landwirtschaft
die weiteste Verbreitung gefunden hat, werden auf Gentechnikfeldern
mittlerweile deutlich mehr Pestizide eingesetzt als auf konventionellen
Äckern.
Gentechnik beschneidet die Wahlfreiheit.
Schon
bei einem geringen Ausmaß an Genpflanzen-Anbau können
Verbraucher nicht mehr frei wählen, was sie essen. Denn
Pollenflug und Verunreinigungen im Saatgut erschweren einen
gentechnikfreien Anbau gleichartiger Pflanzen ganz erheblich.
Derzeit diskutiert die Politik einen Wert von knapp einem
Prozent als tolerierbare Verunreinigung. Das ist nicht im
Interesse der Gesundheit der Bevölkerung.
Gentechnik macht abhängig. Gentechnisch
veränderte Pflanzen und Tiere unterliegen dem Patentrecht.
Die Nachzucht ist verboten oder die Pflanzen sind gentechnisch
so verändert, daß die Ernte nicht mehr keimen kann.
Somit muß das Saatgut immer wieder neu in Lizenz erworben
werden.
Das immer neu angeführte Argument, mit Gentechnik ließe
sich der Hunger in der dritten Welt bekämpfen, wird damit
ins Gegenteil verkehrt. Für Kleinbauern in Entwicklungsländern
ist der Anbau von Gentech-Pflanzen gerade nicht geeignet.
Das Saatgut ist für sie teuer zu erwerben, erfordert
den Einsatz eigens dafür konzipierter Pestizide und es
darf nicht weiter vermehrt werden.
Gentechnik bringt einigen Unternehmen
wirtschaftliche Vorteile, für Mensch und Umwelt jedoch
unkontrollierbare Risiken. Grundsätzlich
möchten wir in Frage stellen, ob Gentechnik einem respektvollen
Umgang mit der Natur entspricht.
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