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Was ist eigentlich Bio-Landbau?
 

Meistens versteht man unter "Bio-Ware" Lebensmittel, die ohne chemisch-synthetische Düngemittel und ohne den Einsatz von Gift beim ‚Pflanzenschutz' erzeugt werden. Das stimmt, doch geht es nicht einfach um das Weglassen von umwelt- und gesundheitsschädlichen Substanzen.

Der konventionell wirtschaftende Landwirt ist auf diese Hilfsmittel angewiesen, der biologisch wirtschaftende Landwirt nicht.
Wie kommt das?
 


Foto: Rapunzel

Bio-Bauern haben einen gänzlich anderen Denkansatz. Sie verwenden ihre Energie nicht darauf, Schaden von ihren Kulturpflanzen abzuwenden, sondern gehen davon aus, daß ein gesunder Boden gute und gesunde Lebensmittel hervorbringt. Alle Bemühungen gehen deshalb dahin, die natürlichen Kräfte des Bodens zu stärken.

Die Parallele zu uns selbst ist eindeutig: Wir können uns aktiv um unsere Gesunderhaltung bemühen und vorbeugend wirken (Nahrung, Kleidung, Wohnen, körperliche und mentale Fitness u. a.) oder unseren Fokus auf Krankheitsbekämpfung richten. Die chemisch-pharmazeutische Industrie unterstützt in der Regel letzteres - und ist folgerichtig Produzent auch der im konventionellen Landbau eingesetzten "Pflanzenschutzmittel".
 

Welche Maßnahmen stehen dem Biobauern zur Verfügung, die Fruchtbarkeit, Gesundheit und Regenerationsfähigkeit seines Bodens und der Pflanzen zu stärken?

 
Einige Beispiele:

Die zum Boden passende Wahl der Kulturpflanzen und Sorten. Kulturpflanzen haben unterschiedliche Nährstoffbedürfnisse. Paßt die Pflanze zum Boden, ist die Voraussetzung für stabiles Wachstum erhöht.

Abwechslung im Anbau: Genauso wie es beim Menschen Mangelerscheinungen und Krankheiten durch einseitige Ernährungsweisen gibt, so auch beim Boden. Jede Pflanze entnimmt dem Boden die für ihr Wachstum wichtigen Nährstoffe. Geschieht dies immer und immer wieder (Monokultur), so verliert der Boden Kraft, und die Pflanzen werden anfällig für Krankheiten und Schädlinge. Bio-Bauern bepflanzen deshalb ihre Flächen mit wechselnden Kulturen, welche unterschiedlichen Nährstoffbedarf haben bzw. dem Boden wieder Nährstoffe zuführen. Dazu gehört die ...

Gründüngung. Flächen werden in regelmäßigen Abständen mit Kleegras, sprich Wiese, eingesät damit sie regenerieren zu können. Klee und Futterbohnen bringen Nährstoffe(z.B. natürlichen Stickstoff) in den Boden, welche durch die Kulturpflanzen entzogen wurden. Diese Flächen bringen in der Zeit der Gründüngung keinen finanziellen Ertrag, da keine Nahrungsmittel produziert werden. Das Kleegras kann aber z.B. als Futtermittel verwendet werden.

Verwendung von organischem Dünger in Form von Mist, Ernterückständen, Kompost. Auch mineralische Dünger wie Gesteinsmehle sind möglich.

Förderung von Nützlingen: Natürlichen Feinden der die Kulturpflanzen bedrohenden Schädlinge wird z. B. in Form von Hecken ein Lebensraum geboten. So können sie das natürliche Gleichgewicht wiederherstellen.


Die Denkhaltung der Gesundheitsförderung findet sich auch in der Tierhaltung. Wie kann uns ein Tier, das unter krankmachenden Umständen aufwächst und lebt, gesunde Milch und gesundes Fleisch bringen? Bio-Landwirte achten auf artgerechte Tierhaltung, was bedeutet, daß die Tiere die ihnen eigenen Verhaltensweisen leben können und das zu ihnen passende Futter bekommen. Jeder von uns weiß im Grunde, welche Lebensbedingungen ein Huhn braucht, ein Schwein, ein Rind. Das Gegenteil davon wird in der heute üblichen Tierhaltung praktiziert. Der Biobauer achtet unter großem baulichem und persönlichen Einsatz darauf, den Tieren die ihnen gemäßen Bedingungen zu bieten.

 

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